Grundlegende Strategie


Wenn Sie eher zu den Poker-Anfängern gehören, sollten Sie zu Beginn Ihre Spielweise so einfach wie möglich halten. Haben Sie noch keine große Anzahl von Pokerrunden hinter sich, sind komplizierte Spielzüge und extravagante Bluffs wahrscheinlich fehl am Platz. Halten Sie es so einfach wie möglich und nutzen Sie dabei die jeweiligen ‘Odds’ zu Ihren Gunsten aus.

Zu empfehlen ist zunächst unser Starthände-Leitfaden, mit dem Sie sicherstellen können, dass Sie die Spielrunden mit den bestmöglichen Pokerblättern bestreiten. Wichtig ist dabei vor allem, sich bewusst zu machen, auf welche Hand Sie es abgezielt haben, und schlechte Karten diszipliniert abzulegen. An Bargeldtischen (Cash Tables) ist diese Strategie besonders dann von großer Bedeutung, wenn Sie genügend Zeit haben und sich deshalb nicht bei den immer weiter steigenden Blinds unter Druck gesetzt fühlen.

Natürlich tut es weh, zu sehen, dass Ihr weggeworfenes 3-9-Blatt beim Flop ein Full House gebildet hätte – solche Fälle sind aber so selten, dass es das Risiko wirklich nicht wert ist. Nehmen Sie regelmäßig mit schlechten Startkarten an Pots teil, werden Sie früher oder später von den ‘Odds’ eingeholt und finden sich langfristig unter den Verlierern wieder.

Am meisten macht es natürlich Spaß, sich einen Sieg zu erbluffen. Seien Sie trotzdem nicht dazu versucht, zu früh mit dem Bluffen anzufangen. In Spielen mit niedrigen Einsätzen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Gegner mitgehen (eben genau deshalb, weil die Einsätze nicht besonders hoch sind), und einen schlechten Spieler zu bluffen, ist sowieso so gut wie unmöglich. Bluffen Sie außerdem nie an einem voll besetzten Tisch. Wieder ist es sehr wahrscheinlich, dass einer der anderen Spieler etwas brauchbares in den Händen hält und mit einem ‘Call’ Ihren Spielzug erwidert.

Nur weil Sie noch einen großen Stapel Chips vor Ihnen liegen haben, bedeutet das nicht, dass Sie auch ‘pot-committed’ sein müssen. Haben Sie das Gefühl, dass Sie verloren haben, ist dies meistens auch der Fall. Fürchten Sie sich also nicht davor, in einem solchen Fall Ihre Karten durch einen ‘Fold’ abzulegen. Somit haben Sie zumindest die Chance, noch in der nächsten Runde mitspielen zu können.

Die mehr oder weniger einfachste Methode, im Poker zu gewinnen, ist, bei einer starken Hand zu wetten und es bei starken Händen Ihrer Gegner lieber sein zu lassen. Das klingt natürlich einfach – aber genau das ist es auch! Viel zu viele Spieler verlieren oft eine Unmenge an Chips, indem sie am Spiel teilnehmen, obwohl sie ein schlechtes Blatt besitzen und die Bets ihrer Gegner unaufhaltsam sind.

Jagen Sie nicht unnötig Kombinationen hinterher, wenn die Anzahl der Pokerblätter, die Sie bilden könnten, äußerst gering ist. Bei einem 4er-Paar als Starthand und einem Flop mit den Karten A-K-7 benötigen Sie höchstwahrscheinlich eine weitere Vier, um die Runde gewinnen zu können. Denken Sie dabei daran, dass es nur noch zwei weitere Vieren im Kartenspiel gibt, mit denen Sie eine solche Hand bilden könnten. Ihre Chancen, beim Turn oder River noch eine dritte Vier zu erhaschen, sind also relativ gering.

Selbst bei einer fantastischen Starthand, z.B. A-A oder K-K, sollten Sie sich geschlagen geben, wenn eine Niederlage unausweichbar erscheint. Liegt eine wahrscheinliche Straight oder Flush auf dem Tisch und Ihre Gegner setzen Einsätze in Hülle und Fülle, dann klammern Sie sich nicht vergebens weiterhin an Ihrer schlechten Hand fest. Ein ‘Fold’ ist immer noch besser, als noch mehr Chips zu verlieren.

Besonders bei Texas Hold’em handelt es sich dabei um einen der tragischsten Fehler: Ein Spieler klammert sich verbissen an seiner zuerst gut erscheinenden Hand fest, nachdem sich diese ganz offensichtlich zum schlechten gewendet hat. Was folgt, ist gewöhnlich eine herzergreifende Bad Beat-Story über ein fantastisches Blatt, mit dem er trotzdem komischerweise nicht gewinnen konnte…

Im Poker ist ein Flush eine überdurchschnittlich gute Hand, mit der normalerweise die meisten Runden gewonnen werden. Aus diesem Grund halten viele unerfahrene Spieler zwei gleichfarbige Karten für ein viel stärkeres Startblatt, als dies eigentlich der Fall ist. In Wirklichkeit kann mit zwei gleichfarbigen Startkarten nur in 6,5% - also nur in einem Sechzehntel - aller Fälle ein Flush gebildet werden. Bei solch seltenen Ereignissen lässt sich dann natürlich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein hübsches Sümmchen einstecken; wenn Sie das Spiel allerdings immer mit zwei gleichfarbigen Startkarten fortsetzen, verlieren Sie mit Sicherheit langfristig wesentlich mehr.

Ein Bestandteil von Poker ist es außerdem, ab und an einmal selbst bei einer ‘Big Hand’ zu verlieren oder einen grausamen Bad Beat zu erleiden. Solche Dinge passieren und es gilt dann, damit fertig zu werden. Geben Sie sich in solchen Situationen auf keinen Fall Ihren Emotionen hin, denn dies führt nur zu schlecht durchdachten Entscheidungen und damit zum Verlust von noch mehr Chips.

Ein weiterer Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten, ist der Versuch, Ihren Gegenspieler durch ein langsames Spiel in den Pot zu locken (siehe Slow-Play), wenn Sie es beim Flop zu einer tollen Hand geschafft haben. Versuchen Sie, Ihren Gegner anhand eines ‘Checks’ in die Falle zu locken, kann es sein, dass dieser mitgeht (‘Check’), um eine weitere Karte zu erhalten. In solchen Fällen kann dann ein Drilling unter Umständen plötzlich gegen eine ‘Straight’ oder einen ‘Flush’ verlieren. Halten Sie ein gutes Kartenblatt in den Händen, dann seien Sie auch mutig genug, darauf zu wetten (‘Bet’). Ein kleiner Gewinn ist immerhin besser als ein riesiger Verlust. Haben Sie jedoch ein fantastisches Blatt, wie z.B. ein Full-House oder ein ‘Nut-Flush’, dann zögern Sie nicht lange: Spielen Sie Ihren Gegner mit Slow-Play aus und hoffen Sie darauf, dass er am Ende mit den schlechteren Karten dasteht. Kann Ihre Hand allerdings übertrumpft werden, ist auf jeden Fall Vorsicht geboten!

Versuchen Sie dabei, immer die folgenden grundliegenden Fehler zu vermeiden, denen vor allem Pokeranfänger viel zu oft zum Opfer fallen:
  • Spielen Sie nicht zu viele Blätter. Verluste sind bei vielen Händen unausweichbar – und sobald die Chips einmal verschwunden sind, ist es äußerst schwierig, sie wieder zurückzugewinnen.
  • Spielen Sie auf keiner Stufe, die im Fall eines Bad Beats mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihr gesamtes Guthaben auf einmal abfegen würde.
  • Spielen Sie nicht zu oft mit zwei gleichfarbigen Startkarten. Diese bilden nur in wirklich seltenen Fällen einen Flush.
  • Bluffen ist nicht zu überschätzen – vor allem bei Spielen mit niedrigen Einsätzen und schlechten Gegnern.
  • Emotionen sind beim Spielen fehl am Platz, schränken lediglich Ihr Urteilsvermögen ein und bringen somit kostspielige Fehler mit sich.
  • Versuchen Sie nur dann, Ihre Gegner mit Slow-Playing auszuspielen, wenn Sie tatsächlich ein unschlagbares Blatt in den Händen halten. Meistens geben Sie Ihrem Gegner durch ein Slow-Play nur die Chance, weitere kostenlose Karten zu erhalten, mit denen er möglicherweise eine bessere Hand bilden könnte.
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