Poker-Persönlichkeiten


Pokerspieler fallen in der Regeln in eine von sieben Kategorien und legen somit in gewisser Weise die Verhaltensweisen oder Eigenschaften eines bestimmten Charakters an den Tag. Verfügen Sie über das Talent, diese verschiedenen Persönlichkeiten und deren Taktiken in einem Spiel schnell wiederzuerkennen, können Sie nicht nur Ihr Spiel erheblich verbessern, sondern auch Ihre Gewinne beträchtlich steigern.

Eine Vielzahl von Pokerexperten und –autoren nennen gewisse Pokerspieler zwar auch anders – trotzdem fallen die verschiedenen Charaktertypen mehr oder weniger immer in eine der folgenden Gruppen:
Ein ‘Fish’ ist der schlechteste Pokerspieler überhaupt und wird von seinen Gegner zu gutem Recht nicht besonders hoch angesehen. Ein ‘Fish’ spielt in der Regel mit viel zu vielen Blättern, geht bei den meisten Einsätzen auch dann durch einen ‘Call’ mit, wenn er äußerst schlechte Starthände besitzt oder ein ‘Out’ (zur Vervollständigung eines Blattes benötigte Karte) so gut wie außer Reichweite ist, und auch ein Bluff ist bei einem solchen Spieler erfolglos. Wenn ein ‘Fish’ irgendetwas bilden konnte, spielt er mit diesem Blatt auch bis zum River weiter.

Die beste Strategie besteht bei einem ‘Fish’ darin, solange zu warten, bis Sie selbst eine gute Hand besitzen, und ihm dann soviele Chips wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Für einen ‘Fish’ sind Disziplin und Geduld ein Fremdwort – und am Ende verlieren sie aus diesem Grund auch ihre Chips.

Ab und zu hat natürlich auch ein ‘Fish’ Glück und gewinnt gegen Sie – aber wenn schlechte Spieler immer Pech hätten, würden sie natürlich auch nicht spielen! Akzeptieren Sie einfach Ihren Verlust mit dem sicheren Wissen, dass Sie als besserer Spieler langfristig mit Sicherheit mehr absahnen werden!
Ein Spieler, der mit ‘Weak-Tight’ betitelt wird, hat die Pokergrundzüge zumeist recht gut verstanden und spielt vor allem auch nur mit einer guten Starthandauswahl. Der Fehler liegt jedoch in seiner Spielweise und darin, dass er nur mit einer geringen Anzahl von Blättern und mit viel zu wenig Einsätzen spielt, häufig die Stärke des eigenen Blatts anzweifelt und bei einem heftigeren Spiel viel zu bald aufgibt.

Mit einem ‘Bet’ oder einem ‘Raise’ lässt sich normalerweise sehr schnell erkennen, ob man es mit einem ‘Weak-Tight’-Spieler zu tun hat, denn dieser steigt in der Regel sofort aus, wenn er keine gute Hand besitzt. Entscheidet sich ein solcher Spieler allerdings zu einem ‘Call’ und einem ‘Re-Raise’, dann können Sie sich sicher sein, dass er genau die Hand bilden konnte, auf die er es abgesehen hatte.

Im Gegensatz zu einem ‘Fish’ muss man einem ‘Weak-Tight’-Spieler einen gewissen Respekt entgegen bringen, denn sie verfügen über so viel Wissen, dass sie bei einer guten Hand einem Gegner auch eine Falle stellen können. Wenn Sie einen solchen Spieler selbst mit einem ‘Bet’ oder einem ‘Raise’ nicht loswerden können, dann sollten Sie eher vorsichtig gegen ihn antreten.
Einen ‘Rock’ erkennen Sie an einem Tisch immer sofort, denn ein solcher Spieler nimmt erst dann am Spiel teil, wenn er endlich nach langem Warten eine der besten fünf Starthände erhalten hat. Ein ‘Rock’ spielt in der Regel so selten, dass er, wenn er dann einmal doch spielt, auf jeden Fall gleich auffällt! Mit einer guten Hand setzt ein ‘Rock’ gewöhnlich hohe und viele Einsätze und Sie sollten deshalb nur dann kontern, wenn Sie entweder selbst ein starkes Blatt oder zumindest einen vielversprechenden ‘Draw’ (unvollständiges Blatt) besitzen.

Ab und zu macht sich ein ‘Rock’ sein Tisch-Image zu Nutze und stiehlt auch tatsächlich den Pot oder die Blinds, weil jeder am Tisch glaubt, der ‘Rock’ besitze ein gutes Blatt. Gehen Sie mit einer solchen Situation gelassen um, gönnen Sie ihm seinen Preis – und zahlen Sie es ihm bei Ihrer nächsten guten Hand dafür heim!
Ein ‘Maniac’ fällt in erster Linie durch seine locker-aggressive oder sogar extrem aggressive Spielweise auf. Ein solcher Spieler spielt in der Regel zwar genauso viele Blätter wie ein ‘Fish’ und auch seine Starthände sind eher willkürlich gewählt, aber anstatt die Einsätze passiv zu ‘callen’ und sich in die Pots zu schmuggeln, versucht ein wahnsinniger ‘Maniac’ es mit unzähligen ‘Erhöhungen’ und ‘Re-Raises’.

Bei einem ‘Maniac’ handelt es sich um den schwierigsten Gegner überhaupt, da Sie es meistens nur mit ihm aufnehmen können, wenn Sie dabei eine große Menge Chips riskieren. Aus diesem Grund ist es oft am besten, erst dann einzusteigen, wenn Sie selbst eine gute Hand bilden konnten, oder versuchen möchten, ihn mit seinen eigenen Waffen (Re-Raises) zu schlagen. ‘Maniacs’ mögen es nicht besonders, wenn man es ihnen mit gleicher Münze heimzahlt. Ferner bluffen diese Spieler viel zu viel und werden dann ertappt, wenn ihre aggressiven Einsätze mit den gleichen Zügen erwidert werden.

Was immer Sie auch bei einem solchen Spieler tun – lassen Sie sich durch Ihren Stolz nicht in den Ruin treiben! Auch ein ‘Maniac’ hat einmal (wie jeder Spieler) ein gutes Blatt und Sie wollen sich niemals in einer solchen Situation mit einem schlechten Blatt wiederfinden.

Gerade in Turnieren sehen Sie häufig ‘Maniacs’, die sich einen beträchtlichen Stapel Chips angesammelt haben, während die meisten anderen Spieler noch nicht einmal ihre erste Hand gespielt haben. Ein solcher Erfolg hält aber in der Regel nicht lange an und die Chips verschwinden so schnell, wie sie auch gekommen sind.

Eine solche lockere und aggressive Spielweise funktioniert immer nur so lange, bis sie durch einen Gegner mit einem fantastischen Blatt gekontert wurde. Auch die Glücksphase eines Wahnsinnigen geht einmal zu Ende. Und ‘Maniacs’ landen früher oder später immer auf der Nase.
Ganz oben in der Pokerhierarchie sitzt der sog .’tight-aggressive’ oder ‘strong-aggressive’ Spieler. Ein solcher Spielertyp verwendet je nach Tischposition fantastische Starthände und schafft es in jeder erdenklichen Situation zum Erfolg. Einmal nehmen sie den Stil eines ‘Rock’ an, dann überraschen sie alle Gegner mit einem ‘Raise’ und einem ‘Check-Raise’ und deuten nebenbei nicht nur die Verhaltensmuster Ihrer Gegenspieler richtig, sondern berechnen gleichzeitig auch noch Ihre ‘Outs’ sowie Ihre Chancen auf den Pot. Und bevor Sie sich versehen, sitzt der Spieler mehrere Runden aus, um noch einmal auf die Lauer zu gehen und zuzustoßen.

Was am meisten auffällt, ist allerdings die Tatsache, dass ein ‘Tight-aggressive’ sich immer zum richtigen Zeitpunkt für die richtige Aktion entscheidet, dabei wenig verliert und gleichzeitig eine beträchtliche Summe gewinnt! Nimmt ein solcher Spieler an einem Pot teil, erhöht er lieber, als zu ‘callen’, und nimmt diesen Zug in einer kontrollierten, berechnenden Art und Weise vor, die dem ‘Maniac’ fremd ist.

Ab und zu legt auch ein ‘Tight-Aggressive’ die Eigenschaften eines ‘Maniacs’ an den Tag, aber diese Momente bestimmt der Spieler selbst, um dann wieder schnell zu einem anderen Spielstil zu wechseln.

Tight-aggressive’ Spieler liegen immer auf der Lauer, um die schwächeren Spieler am Tisch zu besiegen; die notwendigen Fähigkeiten dazu haben sie allemal! Wie anderen Spielern unterläuft auch Ihnen manchmal ein Fehler, aber alles in allem sorgen bei ihnen die richtigen Entscheidungen auch meistens für einen vollen Erfolg.
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