Connectors in Texas Hold'em


Jeder Spieler, der schon einige Zeit Poker spielt, weiß ganz genau, dass man mit dem Spielen nicht immer so lange warten kann, bis man endlich einmal richtig gute Startblätter bekommt. Besonders gilt dies bei Turnierspielen mit einem oder mehreren Tischen, bei denen der Chipsstapel eines Spielers nach einer längeren teilnahmslosen Phase durch die immer weiter steigenden Blinds beträchtlich schrumpfen kann.

Gerade in solchen Augenblicken sollte ein Spieler über seinen Tellerrand blicken und versuchen, über Alternativen nachzudenken, mit denen er Runden gewinnen und seinen Stapel in die Höhe treiben könnte. Neben Bluffen und ‘Stealing’ (dt. Stehlen) eignen sich außerdem die sog. ‘Connectors’.

‘Connectors’ lassen sich gewöhnlich als zwei aufeinander folgende Zahlenkarten (z.B. 5-6 oder 9-10) beschreiben, mit denen ein Spieler normalerweise versucht, einen ‘Straight’ zu bilden. Im Idealfall haben diese beiden Karten allerdings auch die gleiche Farbe, was Ihnen zusätzlich mit der Möglichkeit eines Flushes eine weitere Gewinnchance beschert.

Das Spielen mit ‘Connectors’ (egal, ob gleichfarbig oder nicht) ist eine Kunst – und sollten Sie diese beherrschen, lassen sich mit solchen Karten nicht selten besonders beträchtliche Gewinnen einstreichen. Die wirkliche Kunst liegt vor allem darin, zu wissen, wann man mit diesen beiden Karten spielen und wann man sie besser ablegen sollte.

Bei gleichfarbigen Connectors kommt es vor allem auf das richtige Timing an. Mit diesen Karten sollte besonders dann gespielt werden, wenn Sie mit einer geringen Summe an Pots teilnehmen können oder die sog. ‘Pot Odds’ (Chancen, den Pot zu gewinnen) zu Ihren Gunsten stehen. In einer ‘Late Position’ sollten normalerweise nur dann Einsätze gesetzt werden, wenn noch kein anderer Spieler erhöht hat, nur ein geringer ‘Raise’ vorgenommen wurde oder Sie sich auf einer Blind befinden und mit wenigen Chips mitgehen können. Gleichzeitig empfiehlt es sich so gut wie nie, bei gleichfarbigen Connectors von einer ‘Early Position’ aus zu erhöhen. Einzige Ausnahme: Als großartiger ‘Nach-dem-Flop-Spieler” haben Sie Nerven aus Drahtseilen und die Fähigkeit, die anderen Spieler aus dem Pot zu jagen.

Sobald Sie am Pot teilnehmen, heißt es, diszipliniert zu spielen. Entweder erhalten Sie beim Flop die richtigen oder die falschen Karten. Die Spielsituation sollte also klar zu deuten sein. Versuchen Sie auf jeden Fall, beim Flop einen Straight oder einen ‘Open-ended Straight Draw’ (unvollständige Straight aus 4 Karten) zu bilden. Im Idealfall erzielen Sie zudem einen ‘Four to a Flush’ (vier gleichfarbige Karten), bei dem Ihnen noch neun zusätzliche Karten (‘Outs’) zur Vervollständigung Ihres Blatts zur Verfügung stehen. In diesem Fall stehen Ihre Chancen auf den Pot natürlich besonders gut und Sie sollten deshalb eine selbstsichere und aggressive Spielweise an den Tag legen

Hin und wieder kommt es allerdings auch vor, dass Sie beim Flop zwei Paare oder einen Drilling erhalten. Versuchen Sie in einer solchen Situation, instinktiv und durch Ihre kombinatorischen Fähigkeiten das mögliche Blatt Ihres Gegners zu bestimmen. In den meisten Fällen stehen Ihre Chancen allerdings außerordentlich gut und es lohnt sich weiterzuspielen.

Die größte Gefahr besteht bei Connectors dann, wenn der Spieler beim Flop zwar brauchbare, aber nicht die idealen Karten erhält. Besitzt ein Spieler ein 7-8-Blatt und beim Flop werden K-8-2 aufgedeckt, spielt der Spieler häufig aufgrund des mittleren Paars weiter und verliert am Ende eine große Menge an Chips.

Eine problematische Situation ergibt sich auch dann, wenn ein Spieler das untere Ende einer Straße oder einen ‘Straight Draw’ (unvollständige Straße) erhält. Beispiel: Sie haben ein 7-8-Blatt und beim Flop werden 9-10-J aufgedeckt. Somit hätten Sie zwar eine Straße, würden aber gleichzeitig gegen einen Spieler mit einem Q-K-Blatt verlieren und in der Gefahr schweben, von einem Spieler mit einer Dame übertroffen zu werden.

Bei einem Flush riskieren Sie außerdem, gegen einen Spieler mit fünf höheren gleichfarbigen Farben zu verlieren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Sie gleich beim Flop einen Flush erhalten. Besteht Ihre Starthand aus 5 (Herz) – 6 (Herz) und beim Flop erscheinen 3 (Herz) – 8 (Herz) – J ( Herz), besitzen Sie zwar einen sehr guten Flush, riskieren aber gleichzeitig, dass ein Spieler mit einem Ass (Herz) oder König (Herz) das Spiel fortsetzen wird, um ebenfalls einen (noch stärkeren) Flush zu bilden.

Solange Sie sich dieser Gefahren bewusst und imstande sind, Ihre ‘Connectors’ beim Erscheinen der falschen Karten abzulegen (was meistens der Fall ist), handelt es sich aber trotzdem, langfristig gesehen, um ein ziemlich lukratives Blatt.

Spieler mit hohen Paaren oder sogar mit einem Drilling kommen besonders bei niedrigen bis mittleren Community Cards normalerweise kaum auf die Idee, dass ein Spieler mit niedrigeren Karten im Spiel geblieben ist und dabei versucht, einen Straight oder einen Flush zu ergattern.
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