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Grundlagen


Wenn Sie zum ersten Mal 7-Card Stud-Poker spielen, werden Sie wahrscheinlich überrascht sein, wie schnell diese Variante zu erlernen ist. Tatsächlich wird aufgrund der verblüffenden Ähnlichkeiten oft vermutet, dass sich Texas Hold’em aus 7-Card Stud entwickelt hat. Ziel beider Spiele ist es nämlich, aus sieben Karten das bestmögliche 5 Kartenblatt zu bilden.

Auch bei dieser Variation gilt die normale Pokerblatt-Rangfolge und der einzige Unterschied zu Hold’em besteht darin, dass Sie Ihr 5-Kartenblatt aus Ihren eigenen sieben Karten bilden und keine für alle Spieler verfügbaren ‘Community Cards’ auf dem Tisch liegen. Die Karten, die Sie erhalten, gehören nur Ihnen und Ihre Gegner können diese deshalb auch nicht für ihr eigenes Blatt verwenden.

Aufgrund einer unterschiedlichen Spielstruktur sind bei 7-Card Stud auch andere Fähigkeiten gefordert. Die Pokerblätter folgen zwar demselben Muster, aber eine erfolgreiche Texas Hold’em-Strategie (oder die eines anderen Pokerspiels) führt bei Stud-Poker nicht unbedingt zum gleichen Ziel. Wichtig ist dabei zuallererst, sich mit den besonderen Herausforderungen und Nuancen des Spiels vertraut zu machen und ihnen gleich zu Beginn die vollste Aufmerksamkeit zu widmen.

Bevor Einsätze gesetzt werden, erhalten Sie bereits drei Karten und sollten deshalb sicherstellen, dass Sie auch nur dann weiterspielen, wenn Ihr Blatt stark genug oder zumindest verbesserungsfähig ist. Bestehen Ihre ersten Karten aus drei unterschiedlichen Karten, die in keinster Weise miteinander in Verbindung stehen, und die Wahrscheinlichkeit, eine gute Hand zu bilden, somit eher gering ausfällt, raten wir Ihnen nur eines: Legen Sie Ihre Karten weg und ersparen Sie sich unnötige Verluste.

Da bei 7-Card Stud vier der sieben Karten Ihres Gegners aufgedeckt sind, ermöglicht dies Ihnen eine präzise Einschätzung seines Blattes. Nutzen Sie diese Informationen in jedem Fall unbedingt zu Ihren Gunsten aus. Oft wird von Spielern erzählt, die während der letzten Einsatzrunde bei einem ’Raise’ mitgehen, obwohl sie im Vergleich zu den vier aufgedeckten Karten Ihres Gegner eigentlich eine niedrigere Hand besitzen. Die Ursache einer solchen unsinnigen Spielweise erklärt sich entweder mit Dummheit oder der (wahrscheinlich eher zutreffenden) Tatsache, dass der Spieler bei den aufgedeckten Karten einfach nicht aufgepasst hat.

Es liegt ja eigentlich wortwörtlich auf der Hand: Wenn nach den sieben verteilten Karten Ihr eigenes Blatt nicht so stark erscheint wie das Ihres Gegners, dann sollten Sie entweder Ihre Karten ablegen oder den Einsatz erhöhen, um es mit einem klassischen Bluff zu versuchen. Wenn Sie mit schlechteren Karten bei einem ‘Raise’ oder einem ‘Bet’ mitgehen, handeln Sie sich mit Sicherheit auch gewaltigen Ärger ein.

Die meisten Runden werden bei 7-Card Stud durch Pairs oder 2-Pairs und nicht mit ‘Straights’, ‘Flushes’ oder anderen hohen Hände entschieden. Selbst wenn Sie einen ‘Straight Draw’ oder einen ‘Flush Draw’ besitzen, sollten Sie deshalb immer darauf achten, dass Sie mindestens eine Karte besitzen, die höher ist als die aufgedeckten Karten Ihrer Gegner. Sollte Ihnen ein ‘Straight’ oder ‘Flush’ in diesem Fall misslingen, haben Sie zumindest die Möglichkeit, die Runde vielleicht mit einem hohen Paar zu gewinnen.

Sie werden wahrscheinlich bald merken, dass bei 7-Card Stud die Starthandwahl noch wichtiger ist als bei Texas Hold’em, wo ein netter Flop sogar die schlechteste Start Hand noch retten könnte. Geduld ist hierbei gerade an einem vollen Tisch Gold wert. In der Regel empfiehlt es sich, die Mehrzahl Ihrer Hände gleich zu Beginn abzulegen - es sei denn, Sie haben eine anhaltende Glückssträhne. Bei 7-Card Stud-Spielen mit niedrigen Einsätzen oder Fixed Limit werden die meisten Runden bis zum Showdown durchgespielt und wenn Sie beim River noch immer mit schlechten Karten dasitzen, kommen Ihnen Ihre Gegner auch garantiert auf die Schliche.

Sie starten das Spiel mit drei von insgesamt sieben Karten. Sollten Sie also bei der vierten Karte keine gute Hand haben und noch ALLE VIER kommenden Karten für ein halbwegs brauchbares Blatt benötigen, dann lohnt sich das Weiterspielen mit Sicherheit nicht. Wie bei allen Wahrscheinlichkeitstheorien ist es natürlich ab und an tatsächlich möglich, dass Sie diese vier Karten erhalten, aber letztendlich sind die geringen Chancen das Risiko einfach nicht wert.

Beachten Sie weiterhin, dass das Einsatzlimit bei der 5th Street verdoppelt wird. Wenn Sie also mit Ihren ersten vier Karten kein starkes Blatt bilden können, müssen Sie ab jetzt das Zweifache zahlen, um im Spiel zu bleiben. Sind Sie nach einem unwahrscheinlichen Blatt aus, dann könnte Ihnen diese Runde also äußerst teuer zu stehen kommen. Wenn Sie bei der vierten Karte mit einem unbrauchbaren Blatt spielen, dann raten wir Ihnen also im Normalfall, aus der Runde auszusteigen.

Die restlichen 7-Card Stud-Abschnitte bieten Ihnen noch mehr Tipps und Tricks, mit denen Sie Ihr Spiel verfeinern und perfektionieren können. Stud-Spiele sind eine großartige Herausforderung und die geduldigsten Spieler mit der größten Beobachtungsgabe und den nötigen Fähigkeiten werden in dieser fantastischen Pokervariante mit Sicherheit reichlich belohnt.